29.04.2005
wurde unsere kleine Maus geboren. Irre wie die Zeit vergeht. Ich hab die ganze Nacht nicht schlafen können. Heute früh meine Maus umarmt und nicht mehr los gelassen mit Tränen in den Augen.
Das war heute vor 5 Jahren eine harte Zeit.
Ganz am Anfang unseres Kinderwunsch war die Welt noch in Ordnung. Lang hat es gedauert bis es soweit war und dann konnten wir es kaum glauben. Wir werden Eltern. Die Schwangerschaft getrübt von 2 Totesfällen 2004 und Streitigkeiten in der Familie.
Überraschung meine Schwester ist auch schwanger.
Opas runder Geburtstag 2005 mit WE-Urlaub im BayrischenWald, Umzugsplanung März/April, mein Geburtstag und Ostern, aber es kam Schlag auf Schlag. Meine Finger waren lang schon pelzig und irgendwie ging es mir nicht wirklich gut. Frauenarzt im Urlaub, Test beim Hausarzt ok, nächster Besuch beim Frauenarzt war ok. Finger kommen vom Wasser. Unwohlsein war weiter da, ein WE ganz schlimm. Besuch beim Frauenarzt "ab ins KH zu Untersuchung für ein paar Stunden". Aus ein paar Stunden wurden faßt 3 Wochen. Es folgten Untersuchungen über Untersuchungen. Fragen über Fragen, was wollen die überhaupt "es geht mir doch eigentlich gut". Kurz ein Bett auf Station bezogen. Nein nein sie bekommen jetzt gleich in den Kreissaal zur Überwachung. Ein Schock nach dem anderen:
Ich soll bleiben bis zum Schluß? Wie was bis Juli? 3 Monate im KH? Kein Stress, keine großen Bewegungen. Geht gar nicht, zieh gerade um, will nächste Woche heiraten??? Was soll das, warum, was hab ich? Kaum den Schock überwunden, aber gleich der nächste Schock, 2 Typen im grünen Kittel aus dem Kinderkrankenhaus erzählen mir was von Risiken in der 25 Schwangerschaftswoche. Ja wie, was wer sagt das ich schon mein Kind bekommen will? Ich habs noch nicht mal gespürt in mir, das soll mal schön drin bleiben. Na und wie war das vor paar Wochen hier beim Feinultraschall? Der Arzt erzählt was von ne Traumschwangerschaft?
Dann weils sonst langweilig wird ziehen wir mal wieder auf Station. Zum Glück hatte ich eh nichts dabei um viel umzuziehen. Standardfrage "haben sie Oberbauchschmerzen". "Ne mir tut nix weh aber wenn mir mal einer sagt was Oberbauchschmerzen sind und warum man die mir schon faßt aufdrängt". Eine Woche verging. Unsere Hochzeit naht. Traumhochzeit schlecht hin. Mal kurz umgezogen, ab ins Stillzimmer und schwupp war ich verheiratet. Meine Hochzeitstorte war ein Eisbecher, mein Festraum der Hinterhof vom KH. Mein Abendessen? Irgend ein KH-Fraß den keine Schwangere versteht die vorher Broschüren bekommen hat über "was ißt man besser nicht in der Schwangerschaft".
Einen Tag später sind den die Oberbauchschmerzen eingetroffen. Ich dachte es sind Blähungen vom Sauerkraut und Salat. Lefax, Sab, Kirschkernkissen. Keine Hilfe, am Abend wurde Blut abgenommen. Je nach Wert komme ich in den Kreissaal. Ich lag die Nacht wach, keiner kam um elf. Früh fix und alle wurde ich verlegt und die erlösende Spritze um diese Schmerzen zu ertragen bekam ich den erst nachts um zwölf. Täglich von neuen sind die Schmerzen aufgetaucht. Immer früher, Schmerzen gab es erst in der Nacht. Die Gerätschaften, wenn mich den mal einer der Lernschwestern mit versorgt haben, zeigten täglich das mein Kind immer mehr verärgert war. Kein Wunder, die Spritze wirkte nicht mehr bis zum Abend, sondern nur noch bis zum späten Nachmittag, Nachmittag, Mittag . Das erste Mal das ich mein Kind in mir gespürt hab. Leider nicht mehr lang. Am 29.04. früh kamen die Schmerzen. Ich hab meinen Mann angerufen und meinte "es ist so weit" er meinte nur "ne ne die wissen schon was sie tun. So viel zutem "Sie wissen schon was sie tun". Gegessen hab ich die Tage eh nicht mehr viel, aber Frühstück viel schon aus, Blut wurde abgezapft und Mittags wurde mir klar gemacht es geht los. Dann gings Schlag auf Schlag und am Nachmittag war ich Mama. Mein Kind durfte ich kurz sehen. War am schreien und der Arzt meinte das hatte er noch nicht. Es war das erste Mal das er der Mutter in der 27. Woche das Kind zeigen konnte. Sie war sehr stabil. Trotzdem mußte sie ins Kinderkrankenhaus und Stunden später lag ich da, in meinem Bett und fühlte in mich. Kind war weg, da ist nichts mehr. Wars das schon?
Einen Tag später durfte ich dann zu meinem Kind und die schwere Zeit begann im Kinderkrankenhaus. Nach 1 Woche schon eine OP am Herzen. Die 3 Monate kamen einen vor wie eine Ewigkeit. Im Juli durfte Sie dann endlich Heim.
..............................und das war vor 5 Jahren schon???? Mir kommt es vor wie gestern.
Nu ist sie schon eine kleine Dame. Trotzdem zur Erinnerung an damals hier ein Bild aus Dezember 05.
Mein Mutterglück
