Montag, 4. Februar 2013

Ess-/Zucker-Sucht oder nicht?

Die Tage hat Sudda einen interessanten Beitrag in Ihrem Blog gebracht und dabei gingen wohl auch einige Meinungen quer.
Mich hat das irgendwie wieder ziemlich aufgewühlt, da ich auch so mit dieser Sucht zutun hab.

Zum einen hab ich mir ungewollt eine Ess-Störung angelacht und als Kind alle Unzufriedenheit mit Essen gestillt. Wie ein Alk der sein Leben nicht mehr auf die Reihe bekommt und zur Flasche greift, irgendwann nicht mehr merkt das er vom Alk abhängig ist.Ja, so hab ich all meine Unzufriedenheit mit Essen gestillt. Sicherlich meinen da dann viel, dann nimmt man sich halt zusammen, bleibt mal konsequent. Wenn man es aber nicht anders kennt, aus Kindheitstagen so angeeignet hat, ist das eben das normalste der Welt.
Wenn schon Erwachsene in Drogenrausch verfallen, warum soll sich Kind nicht ähnliches aneignen?
So war es bei mir irgendwann mit dem Essen. Gibt es sowas? Ist das zu vergleichen? Meiner Meinung nach ja. Alles kann abhängig machen, nur das Ende ist vielleicht unterschiedlich. Man zerstör seinen Körper. Egal mit was und wie man sich zerstört.

Dazu kam noch der Süßkram. Was gibts für ein Kind besseres sich auch noch mit Zucker zu belohnen wenn es einem nicht gut geht? Man belohnt sich  mit leckerer Schoki und Co.

So kam eins zum anderen und in der Jugend war ich irgendwann bummelig und irgendwann als Erwachsener dick. Irgendwann wollte ich das nicht mehr akzeptieren und hab versucht dagegen anzukämpfen. Nur mit den falschen Mitteln. Keine Diät allein hat mich da weiter gebracht und eines Tages landete ich bei einer Ernährungsberatung. Als die mit dem Latein am Ende war und meinte Sie könne mir nicht mehr helfen ich muß zu einer Psychologin war mir klar, es ist nicht normal. Ich muß was tun.

Jahre später, nach Besuch einer Therapeutin, die mich aus einigen Denkweisen aus meiner Kindheit raus geholt hat dachte ich ich bin einen Schritt weiter und kam zufällig zu LCHF. Ich war bereit dazu was gegen meinen Übergewicht zutun und war überrascht wie leicht es ging.

Zufall? Ich weiß es nicht. Ich dachte wohl ich könne die Welt ändern so wie ich mich verändert habe. Alles war gut, alles war richtig wie ich es machte. Das ich mit LCHF auch im gleichen Moment von dem Zucker weg war, war mir erst viel später klar. Dann als es mir schlechter ging, ich wieder mehr gegessen hatte. Erst weniger KH, aber später immer mehr und ruck zuck war ich wieder drin. Im Rausch des Essens, des Zuckers. Alles was dazu gehört.

Erst im letzten Jahr, als ich mich sehr intensiv mit Befinden und Essen auseinander gesetzt habe, war mir klar das es so nie funktioniert hätte. Ich muß versuchen meine Einstellung zu Essen zu verändern. Egal wie, nur weg von Probleme, Sorgen, schlechte Gefühle, Unwohlsein mit Essen zu schlucken.
Lang war ich noch nicht wieder bei LCHF. Ich war erst mal völlig aus der Bahn. Mußte mir klar werden was los war und zusätzlich hatte ich ja noch eine schwer kranke Mutter. Nicht einfach die Zeit, aber ich mußte lernen auch mal endlich in meinen 42 Jahren Leben für MEIN Leben einzustehen. Mich um mich zu kümmern und das hab ich getan. Ich wurde zwar noch um einiges gewichtiger, aber das war mir in dem Moment egal.

Ende des Jahres, war ich bereit dazu. Ich merkte, Essen ist nicht mehr an erster Stelle. Ich will das nicht mehr. Egal wie schlecht es mir geht. Ich will damit aufhören und hatte überraschender Weise sogar noch in 2 Wochen Weihnachtsurlaub abgenommen. Sowas gabs glaube ich  noch nie bei mir.

Mit all dem war mir aber auch klar, vom Zucker bin ich noch lang nicht weg. Ich konnte den noch immer gut in mich rein stopfen. Er gab ja so ein gutes Gefühl. Ich wollte es mit LCHF noch einmal versuchen und merke erst jetzt wie tierisch hungrig auf noch mehr mich diese KH gemacht haben, obwohl mein Körper das eigentlich nicht wirklich mochte. Mir ging es schlecht damit.

Seitdem ich das weg lasse, brauche ich kaum mehr essen. Oft reichen mir 2 Mahlzeiten und selbst, wie gestern mit 3, oder auch mal Festlichkeiten und Alk geht es mir besser.

Sicher ist aber niemand. Sag niemals nie!!! Ich weiß, genau wie Sudda, ich muß immer aufpassen. Diese Sucht lauert und in gewissen Situation kommt sie hoch. Mit oder ohne KH werde ich immer aufpassen müssen ob ich Essen brauche oder einfach nur ein Trostpflaster oder im KH-Rausch bin.

Tagesprotokoll - muß ich das unbedingt schreiben?

Zum ende der letzten Woche kam es etwas anders als gedacht. Ich wachte mit höllischen Ohrenschmerzen auf, später kamen noch Kopfschmerzen dazu. Das wollte ich nicht so verschleppen, WE stand faßt vor der Tür und bin doch lieber zum Arzt.

Nix mit Erkältung oder Ohrenentzündung. Ich nehm wohl die Nächte inzwischen sehr verbissen.

Ja gemerkt hab ich das schon seit einiger Zeit. Ich beiß in der Nacht ziemlich die Zähne zusammen.
Wohl aber seitdem ich unterm Tag nicht mehr so viel verarbeite, noch mehr. Mich wundert manchmal das die Schiene und meine Zähne am Morgen noch da sind wo sie vorher waren.

Dadurch das ich das wohl so heftig gemacht hab, kam der Schmerz im Ohr. Verspannungen, Spritzen im Nacken bähhh, Wärmekissen und Auszeit. Na gut, wenn es sein muß.

Natürlich hab ich nun seit Do. kein richtiges Essensprotokoll mehr gemacht und auch nicht wirklich im Kopf was da alles war.
Hier und da durch Geburtsagseinladung wars etwas mehr als geplannt, aber trotzdem ist alles gut gelaufen.
Bin vom Gefühl her wieder gut in die LCHF-Schiene gerutscht. Hab zwar hier und da mal einen Ausrutscher, aber wer hat das nicht. Wenn es weiter abwärts geht stimmt die Richtung.
Bewegung hatte ich auch gut und Erholung auch so weit es ging.

Ich werde nun daher den Versuch starten und nicht mehr streng überall eintragen was ich über den Tag esse.
Wenn es klemmt kann ich ja wieder weiter machen.

Ich will weiterhin auf mich aufpassen. Gucken das ich mit nichts übertreibe, mich nicht zu sehr in irgendwas stressen. Bewegung einbauen und weiter mit LCHF essen.

Gewichtstechnisch hab ich schon wieder Erfolge zu melden, aber hebe mir das für Mittwoch auf ;-).