Die Tage hat Sudda einen interessanten Beitrag in Ihrem Blog gebracht und dabei gingen wohl auch einige Meinungen quer.
Mich hat das irgendwie wieder ziemlich aufgewühlt, da ich auch so mit dieser Sucht zutun hab.
Zum einen hab ich mir ungewollt eine Ess-Störung angelacht und als Kind alle Unzufriedenheit mit Essen gestillt. Wie ein Alk der sein Leben nicht mehr auf die Reihe bekommt und zur Flasche greift, irgendwann nicht mehr merkt das er vom Alk abhängig ist.Ja, so hab ich all meine Unzufriedenheit mit Essen gestillt. Sicherlich meinen da dann viel, dann nimmt man sich halt zusammen, bleibt mal konsequent. Wenn man es aber nicht anders kennt, aus Kindheitstagen so angeeignet hat, ist das eben das normalste der Welt.
Wenn schon Erwachsene in Drogenrausch verfallen, warum soll sich Kind nicht ähnliches aneignen?
So war es bei mir irgendwann mit dem Essen. Gibt es sowas? Ist das zu vergleichen? Meiner Meinung nach ja. Alles kann abhängig machen, nur das Ende ist vielleicht unterschiedlich. Man zerstör seinen Körper. Egal mit was und wie man sich zerstört.
Dazu kam noch der Süßkram. Was gibts für ein Kind besseres sich auch noch mit Zucker zu belohnen wenn es einem nicht gut geht? Man belohnt sich mit leckerer Schoki und Co.
So kam eins zum anderen und in der Jugend war ich irgendwann bummelig und irgendwann als Erwachsener dick. Irgendwann wollte ich das nicht mehr akzeptieren und hab versucht dagegen anzukämpfen. Nur mit den falschen Mitteln. Keine Diät allein hat mich da weiter gebracht und eines Tages landete ich bei einer Ernährungsberatung. Als die mit dem Latein am Ende war und meinte Sie könne mir nicht mehr helfen ich muß zu einer Psychologin war mir klar, es ist nicht normal. Ich muß was tun.
Jahre später, nach Besuch einer Therapeutin, die mich aus einigen Denkweisen aus meiner Kindheit raus geholt hat dachte ich ich bin einen Schritt weiter und kam zufällig zu LCHF. Ich war bereit dazu was gegen meinen Übergewicht zutun und war überrascht wie leicht es ging.
Zufall? Ich weiß es nicht. Ich dachte wohl ich könne die Welt ändern so wie ich mich verändert habe. Alles war gut, alles war richtig wie ich es machte. Das ich mit LCHF auch im gleichen Moment von dem Zucker weg war, war mir erst viel später klar. Dann als es mir schlechter ging, ich wieder mehr gegessen hatte. Erst weniger KH, aber später immer mehr und ruck zuck war ich wieder drin. Im Rausch des Essens, des Zuckers. Alles was dazu gehört.
Erst im letzten Jahr, als ich mich sehr intensiv mit Befinden und Essen auseinander gesetzt habe, war mir klar das es so nie funktioniert hätte. Ich muß versuchen meine Einstellung zu Essen zu verändern. Egal wie, nur weg von Probleme, Sorgen, schlechte Gefühle, Unwohlsein mit Essen zu schlucken.
Lang war ich noch nicht wieder bei LCHF. Ich war erst mal völlig aus der Bahn. Mußte mir klar werden was los war und zusätzlich hatte ich ja noch eine schwer kranke Mutter. Nicht einfach die Zeit, aber ich mußte lernen auch mal endlich in meinen 42 Jahren Leben für MEIN Leben einzustehen. Mich um mich zu kümmern und das hab ich getan. Ich wurde zwar noch um einiges gewichtiger, aber das war mir in dem Moment egal.
Ende des Jahres, war ich bereit dazu. Ich merkte, Essen ist nicht mehr an erster Stelle. Ich will das nicht mehr. Egal wie schlecht es mir geht. Ich will damit aufhören und hatte überraschender Weise sogar noch in 2 Wochen Weihnachtsurlaub abgenommen. Sowas gabs glaube ich noch nie bei mir.
Mit all dem war mir aber auch klar, vom Zucker bin ich noch lang nicht weg. Ich konnte den noch immer gut in mich rein stopfen. Er gab ja so ein gutes Gefühl. Ich wollte es mit LCHF noch einmal versuchen und merke erst jetzt wie tierisch hungrig auf noch mehr mich diese KH gemacht haben, obwohl mein Körper das eigentlich nicht wirklich mochte. Mir ging es schlecht damit.
Seitdem ich das weg lasse, brauche ich kaum mehr essen. Oft reichen mir 2 Mahlzeiten und selbst, wie gestern mit 3, oder auch mal Festlichkeiten und Alk geht es mir besser.
Sicher ist aber niemand. Sag niemals nie!!! Ich weiß, genau wie Sudda, ich muß immer aufpassen. Diese Sucht lauert und in gewissen Situation kommt sie hoch. Mit oder ohne KH werde ich immer aufpassen müssen ob ich Essen brauche oder einfach nur ein Trostpflaster oder im KH-Rausch bin.
Essgestört (Bingeating) ein Leben lang? - Nein das muß nicht sein! Ich befasse mich seit längerem intensiv mit mir und meinen Problemen aus denen diese Störung kam. Begleitend dazu möchte ich meine Ernährung auf LCHF langfristig umstellen. Inzwischen ist das mein 3. Anlauf abgesehen von den halbherzigen Versuchen, aber ich werde nicht aufgeben und weiß ich werde es eines Tages schaffen.
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